• Über Jahrhunderte war die Brücke nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen den Ufern, sondern für manchen auch ein Zuhause – oder gar der Geburtsort.Quelle: © Historisches Museum Frankfurt am Main

Über Jahrhunderte war die Brücke nicht nur eine wichtige Verbindung zwischen den Ufern, sondern für manchen auch ein Zuhause – oder gar der Geburtsort.

Tagsüber herrschte seit jeher ein geschäftiges, lebendiges Treiben auf der Brücke. Unentwegt querten Fußgänger und Karren den Main – angefangen bei Händlern, die ihre Waren transportierten, über Handwerker, Adlige, Bürgerliche und Jakobspilger bis hin zum einfachen Volk –, so man sich den Brückenzoll denn leisten konnte.

Abends hingegen, wenn die Tore der beiden Brückentürme, die Teil der Frankfurter Stadtmauern waren, schlossen, wurde es still auf der Brücke. Einzig die Müller und ihre Familien, die in ihren Mühlen an dern Brücke und damit zwischen den Stadttoren auf exterritorialem Gebiet wohnten, blieben auch des Nachts auf der Alten Brücke. Dementsprechend waren die Müllerfamilien über Nacht stets zwischen den beiden Stadttoren auf dem Fluss eingeschlossen und damit auf sich allein gestellt.

Müllerskinder, die auf der Brücke geboren wurden, waren daher weder Frankfurter noch Sachsenhäuser, sondern wurden nach dem goldenen Hahn am Brückenkreuz „Gickelbürger“ genannt.